Pferdekrankheiten
Infektiöse Anämie der Einhufer
Nur Tiere der Familie Equidae (Pferde, Esel, Maultiere,
Maulesel, Zebras) sind für diese Viruserkrankung empfänglich, die gewöhnlich tödlich
endet. Menschen werden nicht gefährdet.
Die infektiöse Anämie der Einhufer ist weltweit verbreitet. Sie wird
durch ein Virus ausgelöst, das zu den Lentiviren gehört, und im Überlebensfall
der Tiere zu lebenslang bestehenden Infektionen führt. Bis an das Lebensende
des infizierten Tiers vermehrt sich das Virus und wird über Speichel, Milch,
Sperma und Urin ausgeschieden. Damit ist auch eine direkte oder indirekte Übertragung
des Virus über diese Ausscheidungen möglich.
Die Inkubationszeit beträgt
etwa zwei bis sechs Wochen. Mit der Vermehrung des Virus im infizierten Tier
werden spezifische Antikörper gebildet, die zwei bis drei Wochen nach
der Infektion erstmalig nachweisbar und Grundlage für die amtliche Feststellung
der Krankheit sind.
Virusträger und blutsaugende
Insekten (Vektoren) können die Krankheit übertragen. Hauptsächlich
kommen Bremsen in Frage, weniger Mücken und Fliegen. Die Krankheit verläuft
akut, chronisch oder inapparent (unauffällig), wobei die klinischen
Symptome je nach auftretender Form variieren.
Der Ursprung der Erkrankung
liegt in den Sumpfgebieten des USA, Kanada, in Teilen von Süd- und Zentralamerika,
Südafrika und Nordaustralien.
In Deutschland traten
vereinzelt Fälle auch in Bayern, NRW und Hessen auf, sie erstreckten
sich bisher nur auf wenige Tiere. Auslöser waren importierte Pferde
aus Osteuropa und Russland.
Das Krankheitsbild umfasst
nur allgemeine Symptome, die je nach Verlaufsform (akut, chronisch, inapparent)
unterschiedlich stark ausgeprägt sind.
Epidemiologie
Es ist nach den bisherigen Erkenntnissen davon auszugehen, dass das Virus aus
dem ersten Ausbruchsbestand durch Verbringen von Pferden in die beiden anderen
Ausbruchsbestände verbreitet wurde. Über die Einschleppung der Infektiösen
Anämie in den Erstausbruchsbestand liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse
vor. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.
Offensichtlich ist bisher, dass es zu einer Verschleppung des Virus eines engen
Kontaktes zwischen infizierten Pferden und anderen Einhufern bedarf.
Informationen erhalten
sie über die zuständigen Amtstierärzte, den Pferdezuchtverband
Thüringen und Sachsen e.V. und den Pferdegesundheitsdienst.
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